Wie Selfster Dich Deinen Zielen näher bringt

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Wie Selfster Dich Deinen Zielen näher bringt

Alles beginnt in Deinem Kopf!

Das wichtigste Organ eines Menschen ist das Gehirn, das es als Steuerzentrum für den menschlichen Körper und all seine Organe unersetzlich ist. Wir brauchen es, um zu denken; es ist der Sitz unseres Gedächtnisses und steuert alle wichtigen Prozesse und Funktionen im Körper.

In jeder Sekunde nimmt unser Gehirn ca. 40.000 Reize aus der Umgebung auf, filtert und speichert diese. Zur Verarbeitung eines Reizes benötigt es lediglich 3/1000 Sekunden. Diese hohe Übertragungsgeschwindigkeit gewährleisten die Synapsen. Synapsen sind die Kontaktstellen zwischen den einzelnen Nervenzellen (Neuronen), welche die Informationen (unsere Gedanken oder Sinneseindrücke) übertragen. Jede Nervenzelle hat bis zu 10.000 synaptische Verbindungen, weshalb das Gehirn eines Erwachsenen bei 100 Milliarden Nervenzellen folglich 100 Billionen Synapsen enthält.

Es liegt auf der Hand, welche Reizüberflutung bestünde, wenn die erwähnten Prozesse im Gehirn alle bewusst vonstattengehen würden. Tatsächlich ist es aber so, dass nur 5% der Prozesse bewusst und 95% unbewusst und in sehr kurzer Zeit ablaufen, weshalb wir auf die unbewussten Prozesse – z.B. Gewohnheiten – keinen direkten Zugriff haben.

Noch einmal zu den 100 Billionen Synapsen: Alle Informationen werden als elektrische Impulse von den Synapsen aufgenommen, sie sind alle gleich. Wichtig ist jedoch, dass sich die Stärke der Synapsen unterscheidet. Und das Entscheidende daran ist, dass wir selbst für die Stärke verantwortlich sind. Die Größe einer Synapse hängt davon ab, wie viele und wie häufig Impulse an sie gesendet werden. Und je größer eine Synapse wird, desto größer wird ihre Kontaktfläche, sodass die Synapse vermehrt Impulse aufnehmen und sich weiter vergrößern kann. Synapsen hingegen, an die wenige oder keine Informationen (Gedanken oder Sinneseindrücke) gesendet werden, verkleinern sich. Das heißt, dass das menschliche Gehirn sich andauernd verändert – abhängig von seiner Verwendung.

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer (2004) beschreibt den Lernvorgang im Gehirn mittels einer Metapher der Spuren im Schnee:

„Stellen Sie sich vor, Sie stünden auf einem Aussichtsturm in einem frisch verschneiten Park. Unter Ihnen liegen 20 Zentimeter unberührter Neuschnee. Jetzt kommen Menschen, und Sie beobachten, wie diese scheinbar ziellos im Park umherlaufen. Es geht ein leichter Wind, und die Fußstapfen der einzelnen Fußgänger werden rasch wieder verweht. Stellen Sie sich nun weiter vor, dass sich an der einen Ecke des Parks eine Glühweinbude befindet und an der anderen eine Toilette. Das hat zur Folge, dass Sie nach ein paar Stunden aus Ihrer Vogel-perspektive eine Spur von der Glühweinbude zur Toilette ausmachen können. Und ein einmal ausgebildeter Pfad wird sich selbst erhalten, weil die Leute lieber auf ihm laufen – ganz einfach, weil das leichter geht. Eine Spur, die entstanden ist, sorgt somit schon durch ihre Existenz für ihren Erhalt, selbst dann, wenn die Toilette oder die Bude einmal geschlossen sein sollten. Langfristig bleibt also keineswegs die Spur jedes einzelnen Parkbesuchers im Schnee sichtbar. Dennoch tragen viele Einzelne ein kleines bisschen zu dem Pfad im Schnee bei. Diese Spur, die langfristig entsteht und sogar eine gewisse Tendenz hat, auch dann bestehen zu bleiben, wenn nichts mehr geschieht, oder wenn die Ursachen, die zu ihrer Entstehung beigetragen haben, nicht mehr vorliegen, ist alles andere als zufällig. Sie bildet vielmehr die Statistik der Benutzung des Parks ab, und dahinter wiederum stecken die Regeln seiner Benutzung.“

Die von Spitzer beschriebenen Spuren beschreiben das menschliche Gehirn, speziell die weiter oben beschriebenen synaptischen Verbindungen. Sie sind gebrauchsabhängig. Je mehr und je häufiger im Gehirn Informationen in Form von Gedanken und Erfahrungen gesendet werden, desto stärker wird die synaptische Verbindung der angesprochenen Nervenzellen. In der Sprache der Metapher könnte man sagen: Je häufiger und intensiver ein Pfad verwendet wird, desto breiter wird die Verbindung im Gehirn. Dabei handelt es sich um einen überlebenswichtigen Ablauf des menschlichen Gehirns:

Schon seit der Kindheit bildet das Gehirn bestimmte Gewohnheiten, um auf bestimmte Ereignisse zu reagieren. Es konzentriert sich auf Regelmäßigkeiten („breite Pfade“), um bestimmte (Überlebens-)Muster zu bestätigen. Einzelne Erfahrungen und Gedanken verändern die synaptische Struktur kaum. Erst wenn das Gehirn eine Wiederholung und Regelmäßigkeit wahrnimmt, vergrößern sich die zuständigen Synapsen.

Entsprechend der Metapher mit den eingelaufenen Spuren im Schnee sind über Jahre verinnerlichte bestimmte Denkgewohnheiten – aus denen sich Überzeugungen und Glaubenssätze gebildet haben – im Gehirn zu starken synaptischen Verbindungen herangewachsen.

Veranschaulichen wir das an der herangereiften Einstellung „Ablehnung um jeden Preis vermeiden“. Dabei ist der Person dennoch bewusst, dass sie nur jemanden kennen lernen kann, indem sie Ablehnung und Peinlichkeit riskiert. Nehmen wir der Einfachheit halber an, es handele sich um einen Mann, der sich am Sonntag vornimmt, in der kommenden Woche eine Frau anzusprechen, die ihm gefällt. An einem beliebigen Tag steht dieser nun in der vollen S-Bahn und sieht eine umwerfende Frau, die genau sein Typ zu sein scheint. Aber er zögert, wartet auf den richtigen Moment – und im nächsten Augenblick steigt sie aus und es ist natürlich zu spät. Was war passiert? In seinem Gehirn wurde kurz der Impuls gesendet „Jetzt hingehen und ansprechen“. Doch leider muss dieser Impuls an der synaptischen Verbindung „Sie könnte Nein sagen, was denken die Leute…“ vorbei, da diese Verbindung stärker und gefestigt ist.

In diesem Moment stellen sich bei der Person automatisch negative Emotionen ein und die Motivation, die vielleicht bei dem Vorsatz am Sonntag spürbar war, geht jetzt vollkommen verloren. So wird seine (negative) Einstellung zu Peinlichkeit ein weiteres Mal gefestigt und vertieft und es wird immer schwieriger, die gewohnten Bahnen zu durchbrechen und den „inneren Schweinehund“ zu überwinden.

Aber es gibt eine einfache und effektive Lösung, mit der man genau das schaffen kann – mit Mentaltraining. Wie der Begriff „Mentaltraining“ es nahelegt, werden durch kontinuierliches Üben bestimmte Gedanken (synaptische Verbindungen) verstärkt. Ebenso wie ein Sportler bestimmte Bewegungsabläufe immer wieder trainiert, um sein Ziel zu erreichen, kann auch das Gehirn gezielt trainiert werden, um die eigenen Verhaltensweisen bewusst zu beeinflussen. Das wohl bekannteste mentale Training ist das Erfolgsjournal, welches in Selfster verwendet wird.

Indem man sich z. B. abends vor dem Schlafengehen eine Frage stellt wie „Was war heute positiv, was habe ich gelernt?“ und dies jeden Tag in kurzen Sätzen notiert, wird die eigene Aufmerksamkeit auf all das gelenkt, was einen positiv unterstützt. Weniger positive Erfahrungen werden ebenfalls gewürdigt: „Was habe ich daraus gelernt?“ Bei dieser Übung wird das Prinzip der selektiven Wahrnehmung genutzt, das heißt man konzentriert sich – ganz automatisch – auf die Dinge, die aktuell wichtig für einen sind. Weniger wichtige Dinge werden vom Gehirn außen vor gelassen. So bauen sich die gewünschten synaptischen Verbindungen nach und nach auf und die unerwünschten Synapsen verkleinern sich.

Du hast Anregungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Dann schreibe Florenz unter f.klasen@selfster.com!